Saisonauftakt 2012: Leoben

Der Saisonauftakt des Tamiya-Euro Cups Österreich 2012 hat am 20.
November in Leoben in der Halle des MRC Bruck a.d Mur stattgefunden. Sowohl
technische Abnahme als auch Zeitnahme wurden vom austragenden Verein bewältigt.

Doch nun ab zum höchst persönlichen und absolut subjektiven Bericht:

Beginnen wir mit dem Ort Leoben:
Leoben besticht durch Einbahnen, denn auf dem Weg zu unserem Hotel haben wir 3
mal die Stadt umrundet, damit wir mit dem ausgefeilten Straßennetz unser Ziel
erreichen. Bei Gelegenheit ist dem Stadtplaner von Leoben ein Tritt in den
Allerwertesten zu verabreichen.

Nach dem Einchecken im Hotel und einer kurzen Zimmerbesichtigung geht es auch
schon weiter auf die Rennstrecke.

Dort angekommen, befällt mich Unlust.
Das Fahrerlager ist gerammelt voll, kaum eine freie Lücke zu finden, von einem
Schrauberplatz ganz zu schweigen.
Martin war dann so freundlich, ein Plätzchen frei zu räumen, so
konnte ich mein Auto mal abstellen und nach und nach sogar meine Schachteln.

Nach einer kurzen Besichtigung der Strecke befinde ich es für sehr gut, zwei
Schachteln Ersatzteile mit zu haben, denn die Strecke scheint mir alles andere
als materialschonend. Flache Holzbanden, sehr viele und enge Kurven und als
Bodenbelag „Teppich“.
Man kennt es ja vom Tennisspielen, da gibt es Sand, Wiese, Teppich,…
Wie man auch weiß/wissen kann sind Tennisspieler auf den unterschiedlichen
Belägen unterschiedlich gut.
Ich möchte nun so weit vorgreifen und sagen: der Teppich und ich werden keine
Freunde.

Ich traue mich also nach einigen (vielen) Minuten mein Auto auf Teppich zu
testen. Ich warte also bis die Strecke recht leer ist und beginne meine ersten
mutigen Versuche.
Im Sonntagsfahrertempo komme ich recht gut zurecht, jedoch dreht sich mein Auto
wie ein Kreisel, sobald ich denke in aller Ruhe mal Gas geben zu können.
Nach einigen Gesprächen mit Stefan steht fest, ich muss meine Reifen mit
Haftmittel einschmieren.
Man sollte dazu sagen, ich habe mich 3 Rennen lange gewehrt gegen diese
„Schmiererei“, die meiner Meinung nach nur für schwarze und schmutzige
Finger sorgt.
Leider wurde ich eines besseren belehrt. Stefan hat meine Reifen behandelt, ich
fahre wieder einige Runden und muss feststellen, viel mehr Bodenhaftung.
Somit war nun klar, dass ich am Sonntag schmutzige Hände haben würde.

Nachdem ich am Samstagabend beim eigentlichen Training noch mit einem
ortsansässigen Rennfahrer zusammengekracht bin bzw. sein Auto 3 mal mit meinem Auto und statt sich zu entschuldigen, er nur gelacht hat, habe ich mich gleich mal adäquat bekanntgemacht und beim Verlassen des Fahrerstandes und einsammeln meines Autos im Fahrerlager kundgetan, für wie blöd ich so ein Verhalten nicht befinde, natürlich auf meine Art. – Man kennt mich nun, gut.

Da sich die Wogen meinerseits nicht glätten ließen, trotz liebevollem Zuspruch
meiner Rennstallchefin, brechen wir das Training ab und beschließen in Leoben
noch Essen zu gehen. Kein leichtes Unterfangen wie wir feststellen müssen. Wir
haben uns 3 Lokale von der netten Rezeptionistin vorschlagen lassen, das erste,
gleich neben dem Hotel, hatte „für uns“ keinen Platz .. wir sind uns
nicht einig, ob die wirklich für uns meinten oder uns nur ungeschickt mitgeteilt
haben, dass alle Tische belegt sind. Aber wir werden uns beim nächsten Leoben
Besuch dafür revanchieren.

Wir werden dann in das Lokal gehen, wenn garantiert ein Tisch frei ist, um der
Servierkraft dann mitzuteilen, dass wir jetzt bei IHNEN nichts mehr essen
wollen.

Lokal Nummer 2: Ganz Leoben scheint heute auf eine Feier zu gehen, die in
diesem Lokal stattfindet, wir gehen wieder, weil wir gerne HEUTE noch etwas
essen würden.

Lokal Nummer 3 wäre eine Pizzeria gewesen, aber da haben wir alle der netten
Rezeptionistin nicht mehr zugehört, wo die sein soll. Daher beschließen wir zum
Dürüm und Pizza-Türken zu gehen.

Gutes Essen, ruhiges Lokal und wir konnten uns gut unterhalten – wir waren
zufriedengestellt.

Sehr unausgeschlafen geht es dann Sonntag morgen zum Frühstück. Magen anfüllen, stressfrei noch das zweite Frühstück eingenommen, Zimmer geräumt, ausgecheckt und wieder ab zur Halle gefahren. Wir waren so ca. um 08:30 bei der Halle, da der Renntag ja um 9 Uhr beginnen soll, und mein erstes Rennen erst um 9:30 wäre.
Genug Zeit – dachte ich. Eine Durchsage teilt mir mit, dass meine Klasse um 9
Uhr den ersten Lauf hat.

Juhu – Stress!
Akku einschrauben, Reifen behandeln, Karosserie aufstecken und schnell und
gerade noch pünktlich auf die Strecke eilen.
Immerhin habe ich vor lauter schrauben, schmieren, wischen und clipsen aufs
nervös sein vergessen und darum wohl auch meinen besten Lauf des Tages
abgeliefert mit Platz Numero 5 (von 8 Startern).

Zwar werden bei den nachfolgenden Läufen meine Rundenzeiten immer besser und
konstanter, die der anderen Fahrer aber leider auch.

Ich habe meine Startnummer nach Abschluss der Vorläufe erfolgreich verteidigt
und bleibe für die Finalläufe auch Starter Nummer 6.
Wenigstens habe ich die Umwelt geschont, 1 Pickerl weniger zu picken… welch
Ironie.

Die Finalläufe eins und zwei der Stock-Klasse sind für mich eigentlich sehr
entspannte Rennen. Eigentlich deshalb, weil ich es doch tatsächlich geschafft
habe, beim ersten Lauf mein Auto bei einem Bandenkontakt abzuschalten. Stefan
als Streckenposten war so nett, den von mir unpassend aufgeklebten Schalter
wieder auf ein zu stellen, damit ich – wie so oft – meine Verfolgungsjagd
beginnen konnte :D.

So habe ich in der Pause zwischen den Finalläufen etwas Sinnvolles zu tun –
Schalter besser aufkleben.

Der zweite Finallauf verläuft für mich dann so richtig ereignislos.
Aber irgendwie genieße ich es, meinem Flitzer beim „Durchrasen“
des Kurses zuzusehen. Für mich ist es rasant, für einige Mitfahrer ist es wohl
eher erschreckend langsam.

Immerhin sollte mir der Sonderpokal für faire Fahrweise überreicht
werden, da ich die schnelleren Fahrer auch vorbildlich vorbeilasse. Die
Erfahrung der letzten Rennen hat gezeigt, dass dies sinnvoller ist, als dann mit
kaputtem Auto aus dem Lauf auszuscheiden.

Der 3. Finallauf ist dann leider auch noch erwähnenswert. Ein Gerangel und
Geremple vom Start weg. Mein Auto wird unsanft in das Auto einer Mitfahrerin katapultiert und eine gefühlte halbe Runde mitgeschleift. Doch diesen Crash hat mein Auto noch überstanden. Leider hat mich kurz darauf ein Fahrer nochmal abgeschossen und da war’s dann mit der Lenkbarkeit meines Autos vorbei. – Ausgeschieden in der 3. Runde wegen technischen Gebrechens.
Der Ärger ist sehr groß. Gar nicht so sehr, weil das Auto einen Defekt hat,
sondern weil ich um 6,5 Minuten Fahrzeit betrogen wurde! 😛 Der Vorteil, den ich
habe, ich weiß WER mir reingefahren ist *evilgrin*

Zwar habe ich in den ersten beiden Finalläufen den 5. und 6. Platz
herausgefahren, doch dann leider doch nur den 7. Platz in der Gesamtwertung bekommen.
Ein sehr unzufrieden stellender Umstand – wie ich finde.

Zusammengefasst bin ich aber trotz allem sehr stolz auf meine Leistungen, auch
wenn die Platzierung nicht so wie erwünscht war.

Grundlegende Ziele habe ich erreicht, eine Steigerung der Rundenzeiten pro
Durchgang, viel fahren, wenig stehen.

Trotz allem wird bis zum nächsten Lauf in Wiener Neudorf ein Training
eingeschoben. Nochmal 2 Monate ohne einmal das Auto um einen Kurs zu jagen
lasse ich nicht mehr zwischen zwei Rennen vergehen 😀

Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass der MRC Bruck a.d. Mur sich in der Halle in Leoben eine wirklich sehr tolle Bahn aufgestellt und eine sehr gute Leistung als Rennleitung abgeliefert hat.

Liebe Grüße
Lucas

One Comment

  1. Ich mag deine Berichte, da erlebt man das Wochenende gleich nochmal! 😉
    Schön war`s in Leoben! Und du weißt ja… für mich bekommst du ein Extra-Sternchen fürs schöne Fahren! 🙂
    Bussi, Tina

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